Spieldauer: ca. 2 3/4 Stunden, eine Pause
InhaltSpanien im 16. Jahrhundert. An der Schwelle zu einer neuen Zeit ist das Land mit seinen zahlreichen Kolonien eines der wichtigsten und einflussreichsten der Welt. Hier laufen alle Machtstränge zusammen. Mit seiner Zukunft entscheidet sich das Schicksal ganzer Kontinente. Im Bewusstsein seiner Macht regiert mit eiserner Hand König Phillipp, umgeben von einer Schar von Fürsten, von denen jeder nur den eigenen Profit im Auge hat: das Schicksal des Einzelnen, sei es am Hof oder in der Bevölkerung, interessiert niemanden.
Der Schlüssel für die Zukunft des Landes liegt jedoch in der Person des Thronfolgers, Carlos. Der äußerst sensible, von den Machtspielen und Intrigen am Hof verstörte Geist, versucht verzweifelt Halt und Orientierung zu finden. Doch in diesem Hexenkessel von Gewalt und Manipulationen fällt es ihm immer schwerer zu erkennen, wem er vertrauen kann.
Seine Welt liegt in Trümmern, denn die Frau, die er liebt, die eigentlich ihm versprochene Elisabeth aus Frankreich, wurde kurzfristig seinem Vater zwangsverheiratet. Obwohl auch sie ihn liebt, ist sie nun zur Loyalität dem König gegenüber verpflichtet. Auch Carlos’ einziger Freund, der Marquis von Posa, ist ihm mit seinen humanistisch-gesellschaftlichen Ideen manchmal sehr fremd. Einerseits fasziniert fühlt er sich häufig von seinen Erwartungen überfordert.
Der Marquis von Posa wird als genialer Gegenspieler des Königs zum Symbol der Freiheit des Individuums. Erfüllt von seiner Hoffnung auf die Freiheit des Bürgers, kämpft er in einem rasanten Wettlauf mit der Zeit bis zum Äußersten um das Verständnis und die Rettung von Carlos. Er weiß, dass Phillipp im Kampf um die Macht der monarchistischen Tyrannei vor nichts zurückschreckt, er mordet, zerstört, vernichtet. Posa stellt sich ihm entgegen und pflanzt die Samen des demokratischen Verständnisses bis zum letzten Atemzug.
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