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Furcht und Hoffnung in Deutschland: Ich bin das Volk
Fr 21.04.2017, 19:30 Uhr
Theater Dortmund - Megastore / Dortmund
Karten: Ticket
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Veranstalter
Szenen aus dem deutschen Alltag
von Franz Xaver Kroetz. Fassung von Wiebke Rüter

Die Küche ist sein letzter Rückzugsort: Seit Willi arbeitslos geworden ist, verlässt er die Wohnung nicht mehr. Seine Frau Martha verdient den Unterhalt - und schmeißt noch den Haushalt dazu. Wenig überraschend, dass ihre Ehe in die Krise gerät: Während Martha besonnen bleibt, wird Willi zunehmend wunderlich und aggressiv. Er hört Stimmen und Klopfzeichen.

Eine Dokumentarfilmerin wird auf das Ehepaar angesetzt, eine Studie über das abgründige Leben der Arbeitslosen zu drehen. Zunächst widerwillig macht sie Willis und Marthas Küche zum Drehort - und bemerkt nicht, wie sie im Laufe ihrer Arbeit Stück für Stück selbst in die merkwürdige Welt hineingesogen wird, die sie doch eigentlich nur abbilden soll. Was ist hier Wahrheit, was ist Fiktion? Und wo kommen plötzlich all diese vaterländisch und rassistisch denkenden Figuren her? Die Filmerin ist außer sich. Aus dieser Hölle gibt es offensichtlich kein Erwachen.

Der Volkstheater-Autor Franz Xaver Kroetz (*1946 in München) hat in den 1980ern und 1990ern die richtigen Stücke zur rechten Zeit geschrieben. In Furcht und Hoffnung in Deutschland (von 1983) fängt er in Szenensplittern das Elend der ‚kleinen Leute’ ein. Kroetz hat ein feines Sensorium für die ‚German Angst’, die einem aus seinen „Szenen aus dem deutschen Alltag“ schier entgegenzuspringen scheint. Und in Ich bin das Volk von 1994, einer Revue „volkstümlicher Szenen aus dem neuen Deutschland“, bricht dann der Hass, der Rassismus, der Populismus hervor. Aus Angstbürgern werden Wutbürger.

Die Regisseurin Wiebke Rüter hat aus den beiden Texten ein atmosphärisches Stück für drei Schauspieler komponiert, das den Zuschauer mit hinein nimmt in das verstörende und unterhaltsame Kroetz-Figurenuniversum - irgendwo auf der Grenze zwischen nationalem Alptraum und gruseligem Heimatfilm.


Besetzung

Willi, Parteivorsitzender, Chefredakteur, Ehemann: Ekkehard Freye
Martha (Willis Frau), Redakteurin, Modellbauerin, Vermieterin, Tochter: Marlena Keil
Dokumentarfilmerin, Frau Tschernie, Ehefrau: Julia Schubert
Live-Kamera, Bär: Tobias Hoeft

Regie: Wiebke Rüter
Bühne: Tobias Schunck
Kostüme: Vanessa Rust
Komposition: T.D. Finck von Finckenstein
Dramaturgie: Alexander Kerlin
Video-Mapping: Mario Simon
Licht: Stefan Gimbel
Regieassistenz: Laura N. Junghanns
Ausstattungsassistenz: Ronny Wollmann
Videoassistenz: Julia Gründer
Regiehospitanz: Nathalie Eckstein
Bühnenbildhospitanz: Ivan Orlenko, Zhuo Wang
Inspizienz: Ralf Kubik
Soufflage: Ruth Ziegler
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