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Theater an der Ruhr

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Don Pasquale
Dramma buffo in drei Akten
Libretto von Giovanni Domenico Ruffini und Gaetano Donizetti

Eine Koproduktion mit der Volksoper Wien

Premiere
 
Sa 29.04.2017, 19:30 Uhr
Opernhaus Düsseldorf / Düsseldorf
Karten: 18 - 89 €
 
Spieldauer: Dauer: ca. 2 ¾ Stunden, eine Pause
Duur: ca. 2 ¾ uur, één pauze
Duration: approx. 2 ¾ hours, one interval
Alter schützt vor Torheit nicht. In dieser Quintessenz ist die Geschichte von Don Pasquale keineswegs ein Einzelfall. Schon die Commedia dell’arte, die alte italienische Stegreifkomödie, nahm den Typ des eitlen, verblendeten oder sich selbst überschätzenden Alten gern aufs Korn. Zur Spottfigur eignete er sich besonders dann, wenn er wie Don Pasquale auf Freiersfüßen geht und nach einer Frischzellenkur verlangt. Dann kann ihm sogar der eigene Hausarzt zum Feind werden. Dottore Malatesta jedenfalls ist ein Verbündeter der Jugend. Um dem unglücklichen Neffen Ernesto zu helfen, fädelt er eine Scheinehe zwischen Pasquale und Ernestos Auserwählten, der schönen, aber mittellosen Norina, ein. Doch kaum ist die Hochzeit gefeiert und das Vermögen geteilt, da verwandelt sich die liebreizende und sanftmütige Braut in eine boshafte Furie. Sie stellt verschwenderische Ansprüche, lässt sich teuren Putz und Kleider liefern, macht sich über den alten Pasquale lustig und demütigt ihn, wo immer sie kann. Um die häusliche Plage wieder los zu werden, ist Pasquale bereit, seinen Neffen und dessen Verlobte in seinem Haus aufzunehmen, und muss erkennen, dass er Opfer einer gemeinschaftlichen Intrige geworden ist.

Gaetano Donizettis (1797–1848) Oper „Don Pasquale“ ist ein Nachtrag zur Opera buffa. Als sie 1843 in Paris uraufgeführt wurde, war die Blütezeit dieser Gattung bereits vorüber. Eine neue Empfindsamkeit und Dramatik beherrschte die Opernbühne und räumte der quirligen Komödien rossinischer Prägung mehr Sentiment ein. Malatesta darf seine Heiratskandidatin in schwärmerischem Ton anpreisen, Ernesto sich kurzzeitig in Weltschmerz ergehen und der Ohrfeige, die Don Pasquale von der wildgewordenen Norina empfängt, haftet etwas leicht Tragisches an. Dennoch, auch Donizettis Figuren können musikalisch richtig in Fahrt kommen und den Lebensnerv der alten Musikkomödie treffen.

Rolando Villazón ist als Startenor besonders im italienischen und französischen Opernfach zu Hause. Seit 2011 hat der mexikanische Sänger auch sein Faible für Musiktheaterregie entdeckt und verschiedene Opern für Lyon, Baden-Baden, Wien und Berlin in Szene gesetzt. Jetzt ist er erstmals an der Deutschen Oper am Rhein als Regisseur zu Gast.

Inhalt
1. AKT
Don Pasquale ist verärgert über seinen Neffen Ernesto, den er für nichtsnutzig hält und gern reich verheiraten möchte. Doch Ernesto weigert sich, seinem Wunsch nachzukommen, denn er liebt Norina, die Muse der neuen Künstlerszene. Deshalb hat Pasquale beschlossen, seinen Neffen zu enterben und selbst eine Ehe einzugehen. Ungeduldig erwartet er seinen Freund und Berater Doktor Malatesta, der eine geeignete Braut finden soll. Dieser empfiehlt ihm seine Schwester, die Pasquale sofort kennenlernen will. Dem überraschten Ernesto eröffnet er seine Heiratspläne und weist ihn aus dem Haus.

Malatesta will dem jungen Paar Ernesto und Norina helfen. Sein Plan ist es, Norina als seine Schwester Sofronia auszugeben. Sie soll eine Scheinehe mit Pasquale eingehen und ihm dann das Leben zur Hölle machen. Norina ist einverstanden und übt sich in einem betont unschuldigen Auftreten.

2. AKT
Ernesto ist todunglücklich. Er fühlt sich heimatlos und von seinem besten Freund Malatesta verraten. Pasquale hingegen ist entzückt von seiner zukünftigen Gattin. Da Malatesta auch den Notar parat hat, kann die Ehe sofort geschlossen werden. Ernesto kommt unerwartet hinzu und wird genötigt, als Trauzeuge zu fungieren. Kaum ist der Ehevertrag unterzeichnet, entpuppt sich Norina als herrisch und besitzergreifend.

3. AKT
Norina lebt mit dem Geld ihres Gatten ihre kostspielige Neigung zu moderner Kunst aus. Pasquale will ihre Launen und ihre Verschwendungssucht nicht mehr dulden, doch Norinas Spott und ihre Respektlosigkeit treiben ihn zur Verzweiflung. Pasquale denkt an Scheidung, als er einen Zettel findet und so von einer geheimen Verabredung zwischen seiner Frau und einem Liebhaber erfährt.

Dieses Rendezvous hat Malatesta inszeniert. Ernesto soll den Liebhaber spielen, aber darauf achten, dass Pasquale ihn nicht erkennt. Pasquale bittet Malatesta, Zeuge dieses Ehebruchs zu sein. Malatesta rät ihm, einen Skandal zu vermeiden. Stattdessen solle er Ernesto erlauben, Norina zu heiraten und zurückzukehren. Seine herrschsüchtige Gattin würde keine Konkurrentin dulden und das Feld von selbst räumen. Notgedrungen willigt Pasquale ein und muss erkennen, dass er Opfer einer Intrige geworden ist. Er verzeiht und entdeckt für sich ein neues Lebensglück.
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