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Schauspielhaus Bochum

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Der Herr der Fliegen
von William Golding
für die Bühne eingerichtet von Nigel Williams
Genreübergreifendes Theaterprojekt mit sechs Bochumer Schulen aller Schulformen
Künstlerische Leitung: Martina van Boxen

Premiere
 
Do 08.06.2017, 19:30 Uhr
Schauspielhaus Bochum, Kammerspiele / Bochum

Künstlerische Leitung/Schauspiel
Martina van Boxen
Schauspiel
Jens Niemeier
Tanz
Arthur Schopa /Ruth Hengel
Musik
Manuel Loos /Maria Trautmann
Bühne
Angela Weyer
Kostüme
Rabea Stadthaus
Video
Michael Habelitz
Multimedia & PR
Christopher Deutsch /Anna Schopa
Dramaturgie
Eva Bormann /Miriam Wendschoff
Mit
60 Schülerinnen und Schülern im Alter von 13 bis 17 Jahren
 
Spieldauer: Dauer: ca. 65 Minuten, keine Pause
Eine Gruppe Jugendlicher findet sich nach einem Flugzeugabsturz auf einer einsamen Insel wieder. Plötzlich sind sie auf sich allein gestellt und niemand weiß, ob und wann sie gerettet werden. Um in dieser Wildnis zu überleben, braucht es mehr als Wasser und Nahrung. Die Jugendlichen müssen entscheiden, wie sie miteinander leben wollen: Welche Regeln, welche Gesetze und welche Werte sollen gelten? Schnell zeigt sich, dass die Vorstellungen unterschiedlicher nicht sein könnten. Piggy und Ralph bemühen sich um eine liberale Ordnung, während Jack versucht, sich selbst zur Anführerin aufzuschwingen. Die Wahl fällt jedoch auf Ralph. Unter seiner Leitung bauen die Jugendlichen Hütten und machen Feuer, um vorbeifahrende Schiffe anzulocken. Doch dann geht das Gerücht um, ein wildes Tier treibe auf der Insel sein Unwesen: Besonders Jack fordert, eine bewaffnete Armee gegen das Monster zu schaffen. So beginnt sich die Gruppe zu spalten. Während Ralph, Piggy und ihre Anhänger weiterhin auf Rettung hoffen, sind Jack und ihre Jäger mehr und mehr besessen von der Idee, das wilde Tier zu töten. Als sich die Ereignisse überschlagen und die Gruppe in einen Wahn gerät, gibt es das erste Opfer.

William Goldings erster und erfolgreichster Roman hat seit seiner Veröffentlichung 1954 nichts an Aktualität eingebüßt – im Gegenteil scheinen die Suche nach Feindbildern und das Schüren von Misstrauen wieder gesellschaftsfähig. Am Beispiel der heranwachsenden Jugendlichen zeigt der Autor, wie sich ein totalitäres System etablieren und soziale Bemühungen verdrängen kann. Golding beschreibt jene Gewalt, die aus Interessenskonflikten resultiert und schließlich in extremistische Gesinnungen mündet. Verursacht durch die reale Existenzbedrohung, der die Minderjährigen ausgesetzt sind, wird die ursprüngliche Unschuld der Kinder in ihr Gegenteil verkehrt.

Schulen in Bewegung
Sechs Bochumer Schulen, sechs verschiedene Schulformen, sechs Monate vom ersten Treffen bis zur Premiere, etwa 80 Schüler, 7 Gruppen, 14 Künstler und Mitarbeiter des Schauspielhauses, ca. 130 Probestunden: das ist „Schulen in Bewegung“! Unter der Leitung von freien Künstlern und Profis aus dem Schauspielhaus Bochum erarbeiten alle Teilnehmer gemeinsam ein genreübergreifendes Theaterstück. In den Arbeitsgruppen Schauspiel, Tanz, Musik, Bühnenbild, Kostüm, Multimedia und PR sowie Video durchmischen sich Schüler aller Schulformen. Vorurteile, Ängste und Stigmatisierungen werden mit Hilfe künstlerischer Arbeit abgebaut. Die Proben zu „Schulen in Bewegung“ beginnen im Januar 2017, zum Abschluss wird das Ergebnis am 8. Juni 2017 in den Kammerspielen des Schauspielhauses Bochum aufgeführt.

Weitere Informationen auch unter www.sib-bochum.de
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