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Der Graf von Luxemburg
Operette in drei Akten
Libretto von Alfred Maria Willner und Robert Bodanzky

zum letzten Mal in dieser Spielzeit
 
So 01.07.2018, 15:00 Uhr
Theater Duisburg / Duisburg
Karten: 18 - 62 € Ticket
 
Spieldauer: Duration: approx. 3 hours, one interval
Dauer: ca. 3 Stunden, eine Pause
Duur: ca. 3 uur, één pauze
Von Armand und Juliette – Pariser Bohèmiens am Rande des Existenzminimums – und dem unendlich reichen, aber schon ziemlich in die Jahre gekommenen russischen Fürsten Basil Basilowitsch, der unbedingt die hinreißende, junge Sängerin Angèle Didier heiraten möchte und dafür den Grafen René gegen viel Geld zu einem Heiratstrick überredet, handelt „Der Graf von Luxemburg“. Aber genau dieser, der völlig verarmte René, muss schließlich feststellen, dass er – um eine Unbekannte in den Adelsstand zu erheben – viel mehr als nur seinen Namen verkauft hat, denn genau in jene Frau, mit der er die pikante Scheinehe eingegangen ist, hat er sich verliebt, ohne zu wissen, dass er ja längst mit ihr verheiratet ist … Auf der Suche nach ihrem Glück werden alle Figuren in den Strudel ihrer Gefühle und eine ganze Reihe von Intrigen hineingezogen, doch in bester Operettenmanier findet schließlich doch noch alles ein glückliches Ende und jeder seinen Liebsten: durch das plötzliche Auftreten der alten, ebenfalls millionenschweren russischen Gräfin Stasa Kokozow, mit der keiner – am wenigsten aber Basil Basilowitsch – noch gerechnet hatte.

Liebe, Verwirrungen, großartige Melodien voller Sentiment, aber auch Witz, Tempo und Schmiss, Pariser Flair und Karneval sind die Ingredienzien, die Franz Lehárs (1870–1948) „Graf von Luxemburg“ mit seiner Uraufführung 1909 im Theater an der Wien zu einem der erfolgreichsten und mitreißendsten Beispiele der Wiener Operette werden ließen. Aber es ist auch ein „Ganoven“-Stück, in dem reicher russischer Adel in der pulsierenden Metropole Paris alles meint, kaufen zu können, was das Herz begehrt.

Regie führt Jens-Daniel Herzog, seit 2011 Intendant des Theaters Dortmund, über dessen Inszenierung von „Tristan und Isolde“ Stefan Keim zuletzt im Deutschlandradio resümierte: „Jens-Daniel Herzog hat das Theater Dortmund zu einem überregional bedeutenden Musiktheater entwickelt.“ Im deutschsprachigen Raum zählt der zunächst als Schauspieldirektor am Nationaltheater Mannheim tätige Theatermann seit vielen Jahren zu den interessantesten Regisseuren mit Inszenierungen von Oper und Schauspiel u.a. bei den Salzburger Festspielen, in Wien, Zürich, Dresden, Hamburg, Frankfurt, Nürnberg oder München.

Inhalt
1. AKT

René Graf von Luxemburg ist am Ende. Sein gesamtes Vermögen hat er verprasst, der andere Teil wurde konfisziert. Im Karnevalstreiben von Paris vermischen sich ihm Realität und Traumgestalten.

Armand Brissard ist auf der Suche nach seiner „Venus“ – als Modell für seine Kunst wie für das Leben, doch seine Freundin Juliette ziert sich. Auch bei diesen beiden Bohemiens, bei denen sich René einquartiert hat, hängt der Haussegen schief: Von den Bildern des erfolglosen Armand lässt sich kaum leben und Juliette hat es mit ihren Gesangskünsten auch nicht weit gebracht. So bleibt der Traum von einem besseren Leben nur Wunsch, doch die Laune lasst man sich trotzdem nicht verderben, sondern feiert lieber mit Freunden. René kommt nach Hause und wirft sein letztes Geld in die Runde.

Plötzlich taucht unerwarteter Besuch auf: Fürst Basil Basilowitsch, ein millionenschwerer russischer Mafioso, und seine Bodyguards Mentschikoff, Pawlowitsch und Pélégrin. Der Fürst ist verliebt – und zwar in Angèle Didier, gefeierter Star der Pariser Oper. Nachdem er ihr bereits das Gesangsstudium am Konservatorium finanziert hat, möchte er sie nun heiraten, doch Angèle ist eine Bürgerliche. Um dieses Hindernis aus dem Weg zu schaffen, hat sich Basil einen besonderen Handel ausgedacht: Gegen ein Honorar von 500.000 Francs soll René Angèle inkognito heiraten, sie damit in den Adelstand erheben und sich nach drei Monaten wieder scheiden lassen.

René lässt sich auf den Handel ein. Basil inszeniert eine anonyme Hochzeitszeremonie. Doch sowohl Angèle als auch René fühlen sich von dem geheimnisvollen Gegenüber angezogen. Was René bleibt, ist das Bild einer zierlichen Hand, der Duft des Parfums Trefle Incarnat sowie der Name der Unbekannten: Angèle.

An seine Freunde verschleudert René, der immer noch nicht weiß, wie ihm geschehen ist, sein soeben erhaltenes Vermögen.


2. AKT

Angèle feiert, umringt von ihren Fans, ihren Abschied von der Opernbühne – und ist irritiert: In einer Loge saß ein Mann, der sie völlig in ihren Bann gezogen hat.

René, der sich, um das vereinbarte Inkognito zu wahren, als Baron von Reval ausgibt, und Armand versuchen, über den Bühneneingang ins Opernhaus zu gelangen: René mochte unbedingt Angèle Didier treffen. Seit Wochen schon ist er auf der Suche nach jener Frau, die er geheiratet hat. Fasziniert von der Sängerin Angèle, die den gleichen Namen trägt, kam es während der Opernvorstellung zu jenem Blickkontakt, der auch Angèle noch beschäftigt.

Armand ist dagegen auf der Suche nach Juliette, die inzwischen für Angèle, mit der sie auf dem Konservatorium studiert hat, arbeitet. Der Pförtner ist allerdings ein echter Hausdrache. Während er Basil und seinen Bodyguards ohne Weiteres Einlass
gewährt, müssen René und Armand ihn erst austricksen, um in die Oper zu kommen. Mühsam kämpfen sie sich durch die verworrenen Gänge und all die Künstler, Tänzer und anderes Theatervolk zu Angèles Garderobe vor.

René gesteht der überraschten Angèle seine Liebe, die mit der Ansage, sie sei verheiratet, wieder auf den Boden der Tatsachen zu finden versucht. Mentschikoff, Pawlowitsch und Pélégrin haben inzwischen mitbekommen, dass sie Angèles Garderobe schlecht bewacht haben. Um nicht aufzufliegen, verkleidet sich René als Juliette und nimmt als solche Armand auf den Arm, dem es aber schließlich doch gelingt, die echte Juliette wieder für sich zu gewinnen.

Basil möchte zu seiner Angebeteten, findet die Türe aber verschlossen. Mentschikoff, Pawlowitsch und Pélégrin stürmen die Garderobe. Als Angèle Basil nach dem Aussehen des Heiratsgrafen fragt und der Fürst René als extrem hässlich schildert, hält es René, derart gereizt, in seinem Versteck nicht mehr aus. Basil, der entsetzt ist, René bei Angèle anzutreffen, versucht diesen durch eine erfundene Erkrankung loszuwerden, doch schließlich ist Basil derjenige, der einen Arzt baucht.

Alleine in Angèles Garderobe zurückgeblieben, wird René sich immer sicherer, dass Angèle die Frau ist, die er sucht: ein Handschuh, der genau zu der zarten Hand, die er in seiner Erinnerung tragt, passt, auch hier der Duft von Trefle Incarnat …

Basil ist inzwischen wieder zu sich gekommen und versucht, den jungen Künstlerinnen, darunter auch Juliette, zu zeigen, was für ein toller Typ er ist. Noch heute will er seine Verlobung mit Angèle bekannt geben und hat aus diesem Anlass eine russische Balletttruppe eingekauft. Armand hat allerdings herausgefunden, dass Angèle bereits verheiratet ist und bringt Basil dazu, seinen Heiratstrick aufzudecken. Die Empörung ist groß. Angèle drückt gegenüber dem Unbekannten, der sich auf das Geschäft einließ, ihre Verachtung aus. Da lüftet René sein Inkognito und wirft Angèle vor, dass sie seinen Grafentitel missbrauchte, um Fürstin werden zu können. Basil ist sich Angèles immer noch sicher, denn schließlich hat er Renés Ehrenwort.


3. AKT

Der Ménager des Hotels, in dem Basil wohnt, beklagt den Personalnotstand in seinem Haus, in dem sich besonderer Besuch einquartiert hat: die russische Gräfin Stasa Kokozowa. Sie ist auf der Suche nach Basil. Juliette und Armand, die am nächsten Tag heiraten wollen, sind dagegen auf der Suche nach einer Bleibe. Und auch Angèle und René, die den ganzen Abend ohne Ziel durch die Stadt gefahren sind, tauchen schließlich auf. Von der Grafin Kokozowa erfahren sie, dass Basil sich ihr bereits seit mehreren Jahren versprochen hat, was der Sache eine entscheidende Wendung gibt …
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