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meet me - Gewinnerstück des Kathrin-Türks-Preises 2016
Do 18.01.2018, 09:00 Uhr
Städt. Bühnenhaus / Wesel

Die Gewinnerin des Kathrin-Türks-Preises 2016 ist die norwegische Dramatikerin Liv Heløe mit ihrem Jugendstück meet me. Liv Heløe, 1963 geboren, arbeitete 15 Jahre lang als Theater-; Film- und Fernsehschauspielerin. Ihre ersten Arbeiten waren 1992 bei einem Festival für Neue Stücke in Oslo zu sehen. 2003 beendete sie ein zweijähriges Studium für Dramatik. Seitdem arbeitet sie hauptberuflich als Autorin für Theater und Rundfunk. Für ihre Arbeit erhielt sie bereits zahlreiche Preise, darunter den National Ibsen Award und den Heddaprisen für die beste Kinder- und Jugendtheaterproduktion ihres Stückes Man ist auch der, der man werden kann.
Die fünfköpfige Jury (Nicola Bongard, Bettina Maurer, Ulrike Schanko; Henning Fangauf, Thilo Reffert) prämiert das Jugendstück meet me. Es erzählt auf berührende Weise die Geschichte von Shaya, der sich zusammen mit Feda ein Zimmer in einer Flüchtlings-unterkunft in Norwegen teilt. Der Alltag ist trostlos: ohne Aufenthaltsgenehmigung dürfen sie nicht arbeiten, ohne Geld haben sie keinen Zugang zum gesellschaftlichen Leben, ohne Anschluss an die Gesellschaft bleiben Kultur und Sprache fremd. Zaghafte Versuche der Integration stoßen auf Ablehnung. Einzige Ablenkung ist eine Busfahrkarte in die Stadt und das Handy. La’lia schreibt eine SMS, dass sie sich mit Shaya treffen möchte. „Um vier Uhr. Am blauen Stein.“ La’ila, in die er sich verlieben könnte, hat ihm Geld geliehen, damit er äußerlich etwas aus sich macht und nicht auf den ersten Blick als Asylbewerber abgestempelt wird. Doch Shaya hat sich im verregneten Norwegen eine teure Sonnenbrille gekauft.
Die Jury lobt meet me als ein berührendes, poetisches Stück und betont die Stärke der Autorin, eine große Empathie für den Protagonisten zu schaffen. Im Vordergrund steht für die Jury die Geschichte eines Jugendlichen, der mit seinen Sehnsüchten, Ängsten und Schwächen auf der Suche nach seinem Platz im Leben ist – eine Suche, die durch seine unsichere Situation als Flüchtling besonders schwierig, oft zum Verzweifeln ist. Dabei beweist die Autorin stilistische Souveränität und ein großes Können im Umgang mit Sprache. Ihre unaufwendigen Dialoge, die oft nur mit einzelnen Wörtern und Wortwiederholungen auskommen, treffen den Sprachgestus der Jugendlichen ohne anbiedernd zu sein und schaffen eine bedrückende Atmosphäre. Ihre Figuren sind plastisch und in ihrer Denkweise und ihrem Handeln überzeugend. Besonders gelungen sieht die Jury die Verwendung einer Fremdsprache. So spricht Shaya im Original in seinen inneren Monologen und in den Gesprächen mit seinem Freund Feda norwegisch, also seine Muttersprache, während er in Gesprächen mit La’ila und seinem restlichen Umfeld auf Englisch kommuniziert. Dadurch wird für das Publikum Fremdheit und erschwerte Verständigung spürbar und erlebbar.

Alle zwei Jahre vergibt die Burghofbühne Dinslaken in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe und der Stadt Dinslaken den Kathrin-Türks-Preis an Autorinnen des Kinder- und Jugendtheaters.
Die Deutschsprachige Erstaufführung des Siegerstückes findet dann im Sommer 2017 statt. Seit der Wiederbelebung des Preises wurden folgende Stücke prämiert und aufgeführt:
2008: „Eidechsen und Salamander“ von Eva Rottmann
2010: „Nachts werden wir erwachsen“ von Magdalena Grazewicz
2012: „Warten, dass das Leben beginnt“ von Anja Tuckermann
2014: „Supertrumpf“ von Esther Becker

Kathrin Türks (1921 – 1983) war Gründungsintendantin der Burghofbühne und langjährige Vorsitzende der ASSITEJ (Internationale Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche).

Inhalt
Shaya schaut aus dem Fenster und sieht den Fjord, während Feda im anderen Bett liegt und schläft. Beide teilen sich ein Zimmer in einer Flüchtlingsunterkunft. Der Alltag ist trostlos: ohne Aufenthaltsgenehmigung dürfen sie nicht arbeiten, ohne Geld haben sie keinen Zugang zum gesellschaftlichen Leben, ohne Anschluss an die Gesellschaft bleiben Kultur und Sprache fremd. Zaghafte Versuche der Integration stoßen auf Ablehnung. Einzige Ablenkung ist eine Busfahrkarte in die Stadt und das Handy. La’lia schreibt eine SMS: „meet me four o’clock at blue stone.” Warum will sich La‘ila mit ihm treffen? Bestimmt will sie das Geld zurück, dass sie ihm geliehen hat, damit er äußerlich etwas aus sich macht und nicht auf den ersten Blick als Asylbewerber abgestempelt wird. Shaya, der sich in La‘lia verliebt hat, kann sich nicht mit ihr treffen, denn von dem Geld hat er sich eine teure Sonnenbrille gekauft – und das ausgerechnet im verregneten Norwegen.

„meet me“ erzählt die Geschichte eines Jugendlichen, der mit seinen Sehnsüchten, Ängsten und Schwächen auf der Suche nach seinem Platz im Leben ist – eine Suche, die durch seine unsichere
Situation als Flüchtling besonders schwierig und oft zum Verzweifeln ist. Durch die Zweisprachigkeit des Stückes in Deutsch und Englisch wird für das jugendliche Publikum Fremdheit und erschwerte Verständigung spür- und erlebbar.

Weitere Termine

>> 02.11.2017, 09:00 Uhr | 
Schiller-Gymnasium / Hameln
>> 02.11.2017, 11:30 Uhr | 
Schiller-Gymnasium / Hameln
>> 01.12.2017, 12:00 Uhr | 
Werner-Jaeger-Halle / Nettetal
>> 08.12.2017, 10:30 Uhr | 
Konzert- und Bühnenhaus / Kevelaer
>> 19.02.2018, 09:00 Uhr | 
Stadeum - Kultur und Tagungszentrum / Stade
>> 19.02.2018, 11:15 Uhr | 
Stadeum - Kultur und Tagungszentrum / Stade
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